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Wer morgen Fachkräfte braucht, muss heute ausbilden (Warum Ausbilden #1)
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Wer morgen Fachkräfte braucht, muss heute ausbilden (Warum Ausbilden #1)

Warum Pflastererbetriebe heute Lehrlinge ausbilden müssen, wenn sie morgen Fachkräfte brauchen. Richard Michels aus Salzburg berichtet aus der Praxis, warum Lehrlingsausbildung für die Zukunft der Branche entscheidend ist.
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Viele Pflastererbetriebe kennen die Situation: Gute Fachkräfte werden gesucht, sind aber schwer zu finden. Gleichzeitig stellt sich eine entscheidende Frage: Wo sollen die Fachkräfte von morgen herkommen, wenn heute zu wenige Betriebe selbst Nachwuchs ausbilden?

Pflasterer ist ein Lehrberuf, bei dem handwerkliches Können direkt von erfahrenen Fachkräften an die nächste Generation weitergegeben wird. Was erfahrene Pflasterer über Jahre gelernt haben, geben sie jungen Menschen Schritt für Schritt in der Praxis weiter. So entstehen nicht nur neue Fachkräfte für die Branche, sondern Betriebe können ihren eigenen Nachwuchs aufbauen und das vorhandene Wissen im Unternehmen erhalten.

In unserer neuen Serie lassen wir deshalb Pflastererbetriebe zu Wort kommen, die selbst ausbilden. Den Anfang macht Richard Michels, der Arbeitsgruppenleiter der Lehrlingskampagne aus Salzburg. Er erzählt, warum Lehrlingsausbildung für ihn wichtig ist und weshalb Betriebe heute an die Fachkräfte von morgen denken sollten.

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Richard Michels: Wer morgen gute Fachkräfte braucht, muss heute ausbilden.

Woher kommen die Fachkräfte von morgen?

Fachkräfte entstehen nicht einfach am Arbeitsmarkt. Hinter jedem erfahrenen Pflasterer stehen eine Person und ein Betrieb, die irgendwann bereit waren, Zeit, Wissen und Erfahrung in die Ausbildung eines Lehrlings zu investieren. Aus einem Anfänger kann mit der richtigen Ausbildung eine Fachkraft werden.
Genau deshalb beginnt die Frage nach dem Fachkräftebedarf von morgen nicht erst dann, wenn eine Stelle frei wird. Sie beginnt Jahre davor – bei der Entscheidung, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, den Beruf überhaupt zu erlernen.

Wenn alle fertig ausgebildete Fachkräfte suchen

Für einen einzelnen Betrieb erscheint es zunächst naheliegend, bei zusätzlichem Personalbedarf nach einem bereits ausgebildeten Pflasterer zu suchen. Doch wenn viele Betriebe dieselben wenigen Fachkräfte suchen, entsteht daraus noch kein zusätzlicher Nachwuchs. Eine Fachkraft, die von einem Betrieb zum nächsten wechselt, verändert zwar ihre Arbeitsstelle – die Zahl der verfügbaren Pflasterer wird dadurch aber nicht größer.
Langfristig funktioniert ein Arbeitsmarkt deshalb nur dann, wenn neben der Suche nach erfahrenen Mitarbeitern auch neue Fachkräfte ausgebildet werden.
Oder anders gesagt: Wer fertige Fachkräfte einstellen möchte, braucht eine Branche, in der vorher jemand bereit war auszubilden.

Was kann ein einzelner Betrieb beeinflussen?

Der Fachkräftemangel hat viele Ursachen. Ein einzelner Pflastererbetrieb kann weder die demografische Entwicklung verändern noch allein dafür sorgen, dass sich mehr Jugendliche für einen handwerklichen Beruf interessieren. Einen Punkt kann jeder Betrieb jedoch selbst beeinflussen: ob er einem jungen Menschen die Möglichkeit gibt, Pflasterer zu werden.
Lehrlingsausbildung ist damit eine der wenigen Stellschrauben beim zukünftigen Fachkräftebedarf, die unmittelbar im eigenen Betrieb liegt. Das bedeutet nicht, dass jeder Betrieb jederzeit einen Lehrling aufnehmen kann. Größe, Auftragslage, personelle Ressourcen und betriebliche Organisation spielen dabei eine Rolle. Aber wer langfristig Fachkräfte benötigt, sollte die eigene Ausbildung zumindest als Teil seiner Personalplanung mitdenken.

Eigene Fachkräfte entwickeln statt ausschließlich suchen

Ein Lehrling ist am ersten Arbeitstag selbstverständlich noch keine Fachkraft. Genau darin liegt aber auch der Sinn der Ausbildung.
Der Betrieb begleitet einen jungen Menschen von Beginn an und vermittelt ihm nicht nur die Grundlagen des Berufs, sondern auch die eigene Arbeitsweise, Qualitätsansprüche und den Umgang auf der Baustelle.

Ausbildung bedeutet damit, zukünftige Fachkräfte nicht ausschließlich auf dem Arbeitsmarkt zu suchen, sondern selbst an ihrer Entwicklung mitzuwirken. Das passiert nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, der Zeit braucht. Doch ohne diesen ersten Schritt gibt es später auch keine neuen Facharbeiter.

Nachwuchs ist eine Frage der ganzen Branche

Für den einzelnen Betrieb ist die Entscheidung für oder gegen einen Lehrling zunächst eine betriebliche Frage. In Summe entscheidet sie aber auch darüber, wie viele Fachkräfte dem Pflasterergewerbe künftig zur Verfügung stehen. Wenn immer weniger Betriebe ausbilden, kommen entsprechend weniger junge Pflasterer nach. Gleichzeitig steigt der Wettbewerb um jene Fachkräfte, die bereits am Arbeitsmarkt verfügbar sind.

Eine Branche, die morgen gute Fachkräfte braucht, ist daher darauf angewiesen, dass heute Betriebe bereit sind, Nachwuchs auszubilden.
Der einzelne Betrieb wird den Fachkräftemangel nicht lösen. Aber jeder Ausbildungsbetrieb kann dafür sorgen, dass ein weiterer junger Mensch die Chance bekommt, diesen Beruf zu erlernen.
Wer morgen Fachkräfte braucht, muss heute ausbilden.

Wie geht es weiter?

Lehrlingsausbildung bedeutet natürlich nicht nur Chancen. Sie kostet Geld, braucht Zeit und verlangt persönliche Betreuung. Gerade für kleinere Betriebe sind das wichtige Fragen. Deshalb beschäftigen wir uns im nächsten Teil unserer Serie mit einem der häufigsten Einwände:

Ausbildung kostet Geld und Zeit – warum investieren Betriebe trotzdem?